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Nobel Lectures 2025 – Physik, Chemie und Ökonomie – Tiefe Einsichten

Nobel Lectures 2025 – Physik, Chemie und Ökonomie – Tiefe Einsichten

Dezember 2025

Nobel Lectures 2025

Physik, Chemie und Ökonomie – Tiefe Einsichten

Eine Gruppe des Industrial MakerSpace besuchte die Nobel Lectures 2025 der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften und erlebte dabei Nobelpreisträger in Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften live in Stockholm. Besonders eindrucksvoll war ein Vortrag zu den institutionellen Bedingungen von Innovation, der zeigte, wie gezielte Talentförderung, offene Märkte, mobile kreative Köpfe und ein ausgewogen agierender Staat zusammenspielen müssen, damit neues Wissen entsteht und in der Praxis Wirkung entfaltet:

  1. Anreize für Talente: Institutionen sollen die „obere Spitze“ des Humankapitals fördern, also Menschen mit hohem kreativem und wissenschaftlichem Potenzial, und ihnen erlauben, konventionelle Weisheiten zu hinterfragen, ohne dafür sanktioniert zu werden.
  2. Offene, wettbewerbliche Märkte: Innovation gedeiht in einem offenen und freien Marktumfeld, in dem Angebot und Nachfrage dezentral organisiert sind und kein einzelner Akteur zu viel Marktmacht besitzt.
  3. Freizügigkeit für kreative Köpfe: Kreative und originelle Personen sollen sich dort ansiedeln und arbeiten können, wo sie am produktivsten sind, also nicht durch starre Regeln oder Grenzen eingeschränkt werden.
  4. „Goldilocks“-Staat: Der Staat soll weder zu stark kontrollierend noch völlig abwesend sein, sondern einen „genau richtigen“ Rahmen bieten, der Stabilität schafft, aber Innovation nicht ausbremst.

Äußerst interessant ist das Konzept des „Middle Income Trap“ (auf Deutsch meist „Mittlere Einkommensfalle“), eine Situation, in der Länder nach dem Aufstieg zum mittleren Pro‑Kopf‑Einkommen im Wachstum steckenbleiben und den Sprung zum Hoch­Einkommensland nicht schaffen. Ein Land wächst zunächst schnell, weil es mit günstigen Löhnen und einfacher Industrialisierung aufholt, dann flacht das Wachstum aber dauerhaft ab, sobald ein mittleres Einkommensniveau erreicht ist. Es nähert sich den reichen Volkswirtschaften nicht weiter an und bleibt über viele Jahre in der Einkommensklasse „mittleres Einkommen“ hängen.

Dann schnappt die Falle zu:

Mit steigenden Löhnen verliert das Land seine Kostenvorteile gegenüber ärmeren Niedriglohnländern, kann also nicht mehr einfach über billige Massenproduktion konkurrieren. Gleichzeitig fehlt es an Technologie, Wissen, Institutionen oder Humankapital, um in höherwertigen, innovativen Branchen mit reichen Ländern mitzuhalten. Typische Symptome sind:

– schwache Investitionen und langsameres Produktivitätswachstum
– zu geringe industrielle Diversifizierung, „Feststecken“ in einfachen Branchen
– Probleme am Arbeitsmarkt und teils alternde Bevölkerung

Wie man aus dieser Situation herauskommt:

Um der mittleren Einkommensfalle zu entgehen, gibt es vor allem drei Hebel:

– Produktivität und Innovation steigern: Investitionen in Forschung, Technologie und wettbewerbsfähige Unternehmen, die hochwertige Produkte und Dienstleistungen entwickeln.
– Humankapital und Bildung ausbauen: Bessere Schulen, Hochschulen und Berufsbildung, die qualifizierte, kreative Arbeitskräfte hervorbringen.
– Institutionen und Märkte verbessern: Verlässliche Regeln, gute Infrastruktur, offene Wettbewerbsmärkte und eine Wirtschaftspolitik, die Exporte, Diversifizierung und eine wachsende Mittelschicht unterstützt.

So wird aus einem kostengünstigen Produktionsstandort schrittweise eine Wissens‑ und innovationsgetriebene Volkswirtschaft – der eigentliche Ausweg aus der Middle Income Trap. Eine Art Rezept für eine ganze Reihe von Volkswirtschaften, auch in Europa.

In Physik gaben die Laureaten, darunter Einblicke in die neuesten Methoden, mit denen sich komplexe Vorgänge in Materie und Energie präziser messen, modellieren und kontrollieren lassen, was langfristig technologische Entwicklungen im Bereich Quantentechnologie und Hochleistungsmaterialien vorantreibt. Laureate Michel H. Devoret, Professor an der University of California in Santa Barbara arbeitet zurzeit für Google Quantum AI as Chief Hardware Scientist und damit können wir ahnen wo die Musik im Quanten Computing spielt.

In der Chemie stach der fantastische Vortrag von Susumu Kitagawa heraus. Er erklärte die Bildung und Wirkung sogenannter MOFs (metal-organic frameworks), dies sind innovative molekulare Werkzeuge, mit denen sich Materialien und biologische Systeme gezielt verändern lassen, etwa für effizientere Katalysatoren, hoch-produktive Speicher oder nachhaltigere Produktionsprozesse. Kitagawa stellte nicht nur industrielle Anwendungen, philosophische Gedanken („usefulness of the useless“) sondern auch eine globale Liste von 55 Start-Ups vor, die Geschäftsmodelle auf Basis von MOFs entwickeln.

Der Besuch der Nobel Lectures war für die Teilnehmenden des Industrial MakerSpace eine inspirierende Gelegenheit, Spitzenforschung aus erster Hand zu erleben, Kontakte zur internationalen Wissenschaftscommunity zu knüpfen und frische Impulse für eigene Projekte und Prototypen mit nach Hause zu nehmen.